
Hieronymus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 14
6 Als nun Herodes Geburtstag hatte, tanzte die Tochter der Herodias vor den Gästen und gefiel Herodes so gut, 7 dass er unter Eid versprach, ihr alles zu geben, was immer sie wünschte. 8 Sie aber sagte, angestiftet von ihrer Mutter: Gib mir hier auf einer Schüssel den Kopf Johannes des Täufers. 9 Da wurde der König betrübt, aber wegen seiner Schwüre und wegen der Gäste befahl er, ihn ihr zu geben. 10 Er sandte hin und ließ Johannes im Gefängnis enthaupten. 11 Sein Kopf wurde auf einer Schüssel gebracht und dem Mädchen gegeben und sie brachte ihn ihrer Mutter. 12 Da kamen seine Jünger, holten den Leichnam und begruben ihn. Dann gingen sie zu Jesus und berichteten ihm davon.
(Liv. xxxix. 43.) Wir lesen in der römischen Geschichte, dass Flaminius, ein römischer Feldherr, beim Abendessen mit seiner Geliebten saß, als sie sagte, sie habe noch nie einen Menschen enthauptet gesehen, und er die Erlaubnis gab, dass ein wegen eines Kapitalverbrechens verurteilter Mann hereingebracht und während des Gastmahls enthauptet wurde. Dafür wurde er von den Zensoren aus dem Senat ausgeschlossen, weil er Festmahl mit Blut vermischt und den Tod, wenn auch eines Verbrechers, zum Vergnügen eines anderen eingesetzt hatte, wodurch Mord und Vergnügen miteinander verbunden wurden. Wie viel böser waren Herodes und Herodias und das Mädchen, das tanzte; sie erbat als ihren blutigen Lohn das Haupt eines Propheten, damit sie die Zunge in ihrer Gewalt habe, die die unrechtmäßige Ehe tadelte.