
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 13
45 Auch gleicht das Himmelreich einem Kaufmann, der schöne Perlen suchte. 46 Als er aber eine kostbare Perle fand, ging er hin, verkaufte alles, was er besaß, und kaufte sie.
Die Evangeliumspredigt bietet nicht nur vielfältigen Gewinn wie einen Schatz, sondern ist kostbar wie eine Perle; daher gibt Er nach dem Gleichnis vom Schatz das von der Perle. Und in der Predigt sind zwei Dinge erforderlich, nämlich losgelöst zu sein von den Geschäften dieses Lebens und wachsam zu sein, was durch diesen Kaufmann bezeichnet wird. Die Wahrheit ist zudem eine und nicht vielfältig, und aus diesem Grund wird gesagt, dass eine Perle gefunden wird. Und wie einer, der eine Perle besitzt, selbst zwar um seinen Reichtum weiß, aber anderen nicht bekannt ist, sie oft wegen ihrer Kleinheit in der Hand verbirgt, so ist es in der Predigt des Evangeliums; die sie besitzen, wissen, dass sie reich sind, die Ungläubigen, die diesen Schatz nicht kennen, wissen nichts von unserem Reichtum. Hieronymus: Unter den guten Perlen können das Gesetz und die Propheten verstanden werden. Hört also, Marcion und Manichäus; die guten Perlen sind das Gesetz und die Propheten. Eine Perle, die kostbarste von allen, ist die Erkenntnis des Erlösers und das Sakrament Seines Leidens und Seiner Auferstehung, die, wenn der Kaufmann sie gefunden hat, wie Paulus der Apostel, er sogleich alle Geheimnisse des Gesetzes und der Propheten und die alten Observanzen, in denen er untadelig gelebt hatte, verachtet und sie als Dreck betrachtet, um Christus zu gewinnen. (Phil. 3,8.) Nicht dass das Finden einer neuen Perle die Verurteilung der alten Perlen ist, sondern dass im Vergleich zu jener alle anderen Perlen wertlos sind.