
Hilarius von Poitiers
Catena Aurea · Matthäusevangelium 13
31 Er legte ihnen ein weiteres Gleichnis vor: Das Himmelreich gleicht einem Senfkorn, das einer nahm und auf seinen Acker säte. 32 Das ist zwar das kleinste von allen Samenkörnern; wenn es aber ausgewachsen ist, ist es größer als die Gartengewächse und wird zu einem Baum, sodass die Vögel des Himmels kommen und in seinen Zweigen nisten.
Dieses Korn nun, wenn es in den Acker gesät wird, das heißt, wenn es vom Volk ergriffen und dem Tod überliefert und gleichsam durch eine Aussaat des Leibes in die Erde begraben wird, wächst über die Größe aller Kräuter hinaus und übertrifft allen Ruhm der Propheten. Denn die Predigt der Propheten wurde gleichsam als Kräuter einem Kranken gewährt; jetzt aber wohnen die Vögel des Himmels in den Zweigen des Baumes. Darunter verstehen wir die Apostel, die aus der Kraft Christi hervorgegangen sind und, die Welt mit ihren Zweigen überschattend, ein Baum sind, zu dem die Heiden in der Hoffnung auf Leben fliehen und, nachdem sie lange von den Winden, das heißt von den Geistern des Teufels, umhergeworfen wurden, in seinen Zweigen Ruhe finden.