
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Matthäusevangelium 13
24 Er legte ihnen ein anderes Gleichnis vor: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Mann, der guten Samen auf seinen Acker gesät hatte. 25 Während aber die Leute schliefen, kam sein Feind, säte Unkraut mitten unter den Weizen und ging davon. 26 Als aber die Saat aufging und Frucht ansetzte, kam auch das Unkraut zum Vorschein. 27 Da gingen die Knechte zum Hausherrn und sagten: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät? Woher hat er nur das Unkraut? 28 Er antwortete ihnen: Das hat ein Feind getan. Da fragten ihn die Knechte: Sollen wir gehen und es ausreißen? 29 Er erwiderte: Nein, ihr könntet beim Einsammeln des Unkrauts zugleich auch den Weizen ausreißen. 30 Lasst beides miteinander wachsen bis zur Ernte. Wenn dann die Ernte da ist, will ich den Schnittern sagen: Sammelt zuerst das Unkraut und bindet es in Bündel, um es zu verbrennen. Den Weizen aber bringt in meine Scheune.
(Ep. 185. 32 et 22.) Aber wer von euch wünscht, dass ein Häretiker zugrunde gehe, ja, dass er auch nur etwas verliere? Doch konnte das Haus Davids auf keine andere Weise Frieden haben als durch den Tod Absaloms in jenem Krieg, den er gegen seinen Vater führte; nichtsdestoweniger gab sein Vater seinen Dienern strenge Befehle, ihn lebendig und unversehrt zu retten, damit bei seiner Reue Raum für väterliche Zuneigung zur Vergebung bliebe; was blieb ihm dann anderes, als ihn zu betrauern, als er verloren war, und seinen häuslichen Schmerz durch den Frieden zu trösten, den er seinem Königreich gebracht hatte. So lindert unsere katholische Mutter, die Kirche, wenn sie durch den Verlust einiger viele gewinnt, den Schmerz ihres mütterlichen Herzens und heilt ihn durch die Befreiung so vieler Menschen. Wo bleibt dann das, was jene gewöhnlich ausrufen: Dass es allen freisteht zu glauben? Wen hat Christus Gewalt angetan? Wen hat Er gezwungen? Sie sollen den Apostel Paulus nehmen; sie sollen in ihm Christus erkennen, der zuerst zwingt und danach lehrt, zuerst schlägt und danach tröstet. Und es ist wunderbar zu sehen, wie er, der durch die Gewalt einer körperlichen Züchtigung ins Evangelium eingetreten ist, darin mehr arbeitet als alle, die nur durch das Wort berufen sind. (1 Kor 15,10.) Warum sollte also die Kirche nicht ihre verlorenen Söhne zwingen, zu ihr zurückzukehren, wenn ihre verlorenen Söhne andere zwangen, zugrunde zu gehen?