
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Matthäusevangelium 13
24 Er legte ihnen ein anderes Gleichnis vor: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Mann, der guten Samen auf seinen Acker gesät hatte. 25 Während aber die Leute schliefen, kam sein Feind, säte Unkraut mitten unter den Weizen und ging davon. 26 Als aber die Saat aufging und Frucht ansetzte, kam auch das Unkraut zum Vorschein. 27 Da gingen die Knechte zum Hausherrn und sagten: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät? Woher hat er nur das Unkraut? 28 Er antwortete ihnen: Das hat ein Feind getan. Da fragten ihn die Knechte: Sollen wir gehen und es ausreißen? 29 Er erwiderte: Nein, ihr könntet beim Einsammeln des Unkrauts zugleich auch den Weizen ausreißen. 30 Lasst beides miteinander wachsen bis zur Ernte. Wenn dann die Ernte da ist, will ich den Schnittern sagen: Sammelt zuerst das Unkraut und bindet es in Bündel, um es zu verbrennen. Den Weizen aber bringt in meine Scheune.
(Ep. 93. 17.) Dies war freilich zunächst meine eigene Meinung, dass niemand mit Gewalt in die Einheit Christi getrieben werden dürfe; sondern er müsse durch Rede geführt, in der Kontroverse bestritten und durch Argumente überwunden werden, damit wir nicht Menschen hätten, die sich als Katholiken ausgeben, von denen wir wussten, dass sie erklärte Häretiker sind. Aber diese meine Meinung wurde nicht durch die Autorität derer überwunden, die mir widersprachen, sondern durch die Beispiele derer, die es in der Tat zeigten; denn die Beschaffenheit jener Gesetze, bei deren Erlass die Fürsten dem Herrn in Furcht dienen, hat eine so gute Wirkung gehabt, dass schon einige sagen: Dies haben wir uns längst gewünscht; aber nun sei Gott gedankt, der uns die Gelegenheit geschaffen und unsere Ausreden beseitigt hat. Andere sagen: Dies haben wir längst als wahr erkannt; aber wir wurden durch eine Art alter Gewohnheit festgehalten, sei Gott gedankt, der unsere Ketten zerbrochen hat. Andere wiederum: Wir wussten nicht, dass dies wahr war, und hatten kein Verlangen, es zu lernen, aber die Furcht hat uns dazu getrieben, ihm Aufmerksamkeit zu schenken, sei dem Herrn gedankt, der unsere Nachlässigkeit durch die Peitsche des Schreckens vertrieben hat. Andere: Wir wurden durch falsche Gerüchte vom Eintritt abgehalten, die wir nicht als falsch erkannt hätten, wenn wir nicht eingetreten wären, und wir wären nicht eingetreten, wenn wir nicht gezwungen worden wären; sei Gott gedankt, der unsere Predigt durch die Geißel der Verfolgung aufgelöst und uns durch Erfahrung gelehrt hat, wie leer und falsch die Dinge waren, die das lügnerische Gerücht über Seine Kirche berichtet hatte. Andere sagen: Wir dachten zwar, es sei ohne Bedeutung, an welchem Ort wir den Glauben an Christus festhielten; aber sei dem Herrn gedankt, der uns aus unserer Trennung gesammelt und uns gezeigt hat, dass es der Einheit Gottes entspricht, dass Er in Einheit angebetet wird. So sollen sich denn die Könige der Erde als Diener Christi erweisen, indem sie Gesetze für Christus erlassen.