
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 13
24 Er legte ihnen ein anderes Gleichnis vor: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Mann, der guten Samen auf seinen Acker gesät hatte. 25 Während aber die Leute schliefen, kam sein Feind, säte Unkraut mitten unter den Weizen und ging davon. 26 Als aber die Saat aufging und Frucht ansetzte, kam auch das Unkraut zum Vorschein. 27 Da gingen die Knechte zum Hausherrn und sagten: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät? Woher hat er nur das Unkraut? 28 Er antwortete ihnen: Das hat ein Feind getan. Da fragten ihn die Knechte: Sollen wir gehen und es ausreißen? 29 Er erwiderte: Nein, ihr könntet beim Einsammeln des Unkrauts zugleich auch den Weizen ausreißen. 30 Lasst beides miteinander wachsen bis zur Ernte. Wenn dann die Ernte da ist, will ich den Schnittern sagen: Sammelt zuerst das Unkraut und bindet es in Bündel, um es zu verbrennen. Den Weizen aber bringt in meine Scheune.
Dann zeigt Er die Art der Fallstricke des Teufels an, indem Er sagt: Während die Menschen schliefen, kam sein Feind und säte Unkraut mitten unter den Weizen und ging davon. Er zeigt hier, dass der Irrtum nach der Wahrheit entstand, wie es ja auch der Lauf der Ereignisse bezeugt; denn die falschen Propheten kamen nach den Propheten, die falschen Apostel nach den Aposteln und der Antichrist nach Christus. Denn wenn der Teufel nicht etwas sieht, das er nachahmen, und einige, denen er nachstellen kann, unternimmt er nichts. Weil er also sah, dass dieser Mensch hundertfach, jener sechzigfach und jener dreißigfach Frucht bringt und dass er das, was Wurzel geschlagen hatte, nicht wegnehmen oder ersticken konnte, wendet er sich anderen heimtückischen Praktiken zu, mischt seinen eigenen Samen ein, der eine Nachahmung des echten ist, und täuscht dadurch solche, die leicht zu täuschen sind. So spricht das Gleichnis nicht von einem anderen Samen, sondern von Unkraut, das dem Weizen sehr ähnlich sieht. Ferner zeigt sich die Bosheit des Teufels darin, dass er säte, als alles andere vollendet war, damit er dem Landmann größeren Schaden zufüge.