
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 12
33 Entweder nehmt an: Der Baum ist gut, dann ist auch seine Frucht gut. Oder nehmt an: Der Baum ist schlecht, dann ist auch seine Frucht schlecht; denn an der Frucht erkennt man den Baum. 34 Ihr Natternbrut, wie könnt ihr Gutes reden, wenn ihr böse seid? Denn wovon das Herz voll ist, davon redet der Mund. 35 Der gute Mensch holt aus dem guten Schatz Gutes hervor und der böse Mensch holt aus dem bösen Schatz Böses hervor.
Hierin zeigt Er auch seine Gottheit, da Er die verborgenen Dinge des Herzens kennt; denn nicht nur für Worte, sondern auch für böse Gedanken werden sie Strafe empfangen. Denn es ist die Ordnung der Natur, dass der Vorrat der Bosheit, der im Inneren überfließt, in Worten durch den Mund ausgegossen wird. Wenn du also jemanden Böses reden hörst, musst du schließen, dass seine Bosheit größer ist als das, was seine Worte ausdrücken; denn was äußerlich geäußert wird, ist nur das Überfließen des Inneren; was eine scharfe Zurechtweisung für sie war. Denn wenn das, was von ihnen gesprochen wurde, so böse war, bedenke, wie böse die Wurzel sein muss, aus der es entsprang. Und dies geschieht natürlich; denn oft bringt die zögernde Zunge nicht plötzlich all ihr Böses hervor, während das Herz, dem niemand anderes bekannt ist, hervorbringt, was immer es will, ohne Furcht; denn es hat wenig Furcht vor Gott. Aber wenn die Menge des Bösen, das im Inneren ist, zunimmt, brechen die Dinge, die verborgen waren, durch den Mund hervor. Das ist es, was Er sagt: Aus der Fülle des Herzens redet der Mund.