
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Matthäusevangelium 12
31 Darum sage ich euch: Jede Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben werden, die Lästerung gegen den Geist aber wird nicht vergeben. 32 Auch dem, der ein Wort gegen den Menschensohn sagt, wird vergeben werden; wer aber etwas gegen den Heiligen Geist sagt, dem wird nicht vergeben, weder in dieser noch in der zukünftigen Welt.
(Serm. in Mont. 1.22.) Andernfalls sagt der Apostel Johannes: Es gibt eine Sünde zum Tode; für diese sage ich nicht, dass man bitten soll. Diese Sünde des Bruders zum Tode beurteile ich als die, wenn jemand, nachdem er zur Erkenntnis Gottes gelangt ist durch die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, sich gegen die Bruderschaft stellt oder durch die Wut der Eifersucht gegen jene Gnade aufgebracht wird, durch die er mit Gott versöhnt wurde. (1 Joh 5,16) Der Makel dieser Sünde ist so groß, dass er sich nicht der Demut des Gebets unterwerfen kann, selbst wenn das sündige Gewissen dazu getrieben wird, seine eigene Sünde anzuerkennen und zu verkünden. Welchen Zustand des Geistes wegen der Größe ihrer Sünde wir annehmen müssen, dass einige dazu gebracht werden können; und dies ist vielleicht die Sünde gegen den Heiligen Geist, das heißt, aus Bosheit und Eifersucht die brüderliche Liebe anzugreifen, nachdem man die Gnade des Heiligen Geistes empfangen hat; und diese Sünde, erklärt der Herr, wird weder in dieser Welt noch in der zukünftigen vergeben werden. Daher könnte man fragen, ob die Juden diese Sünde gegen den Heiligen Geist sündigten, als sie sagten, dass der Herr die Dämonen durch Beelzebub, den Fürsten der Dämonen, austrieb. Sollen wir annehmen, dass dies von unserem Herrn selbst gesagt wurde, weil Er an anderer Stelle sagte: Wenn sie den Hausherrn Beelzebub genannt haben, wie viel mehr sie von seinem Haus? (Mt 10,24) Da sie also aus Eifersucht sprachen, undankbar für so große gegenwärtige Wohltaten, sind sie, obwohl keine Christen, wegen der Größe jener Eifersucht so anzusehen, dass sie die Sünde gegen den Heiligen Geist gesündigt haben? Dies kann aus den Worten des Herrn nicht entnommen werden. Doch scheint Er sie gewarnt zu haben, dass sie zur Gnade kommen sollten und dass sie nach dem Empfang dieser Gnade nicht so sündigen sollten, wie sie jetzt sündigten. Denn jetzt war ihr böses Wort gegen den Menschensohn gesprochen worden, aber es konnte ihnen vergeben werden, wenn sie sich bekehren und an Ihn glauben würden. Wenn sie aber, nachdem sie den Heiligen Geist empfangen hätten, eifersüchtig gegen die Bruderschaft wären und gegen jene Gnade kämpften, die sie empfangen hatten, so würde ihnen weder in dieser Welt noch in der zukünftigen vergeben werden. Denn wenn Er sie dort so verurteilt hätte, dass keine Hoffnung für sie bliebe, hätte Er nicht die Ermahnung hinzugefügt: Macht den Baum gut, usw.