
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 12
29 Oder wie kann jemand in das Haus eines starken Mannes eindringen und seine Habe rauben, wenn er nicht zuvor den Starken gefesselt hat? Dann erst wird er sein Haus ausplündern.
Nachdem er die zweite Antwort abgeschlossen hat, bringt er noch eine dritte vor und sagt: Oder wie kann einer in das Haus eines Starken eindringen? Denn dass Satan nicht Satan austreiben kann, ist aus dem Gesagten klar; und dass kein anderer ihn austreiben kann, bevor er ihn nicht zuerst überwunden hat, ist allen offensichtlich. So wird dasselbe wie zuvor noch reichlicher bestätigt; denn er sagt: So weit bin ich davon entfernt, den Teufel als meinen Verbündeten zu haben, dass ich vielmehr mit ihm im Krieg liege und ihn binde; und indem ich auf diese Weise austreibe, raube ich dabei seine Güter. So beweist er das genaue Gegenteil von dem, was sie zu erweisen suchten. Sie wollten zeigen, dass er die Dämonen nicht aus eigener Kraft austrieb; er beweist, dass er nicht nur die Dämonen, ja sogar den Fürsten der Dämonen gebunden hat, wie durch das, was er gewirkt hat, gezeigt wird. Denn wenn ihr Fürst nicht überwunden wäre, wie wären die Dämonen, die seine Untertanen sind, so beraubt worden? Diese Rede scheint mir auch eine Prophezeiung zu sein; insofern er nicht nur die Dämonen austreibt, sondern auch allen Irrtum aus der Welt nehmen und die List des Teufels auflösen wird; und er sagt nicht: rauben, sondern: berauben, was zeigt, dass er es mit Macht tun wird.