
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 12
27 Und wenn ich durch Beelzebul die Dämonen austreibe, durch wen treiben sie dann euere Söhne aus? Deshalb werden sie euere Richter sein. 28 Wenn ich aber durch den Geist Gottes die Dämonen austreibe, so ist das Reich Gottes schon zu euch gekommen.
Doch sagte er nicht: meine Jünger oder Apostel, sondern: eure Kinder; damit sie, wenn sie zu ihren eigenen Vorrechten zurückkehren wollten, von daher Anlass nehmen könnten; wenn sie aber undankbar wären, nicht einmal eine schamlose Entschuldigung hätten. Und die Apostel trieben die Dämonen aus kraft der Macht, die sie von ihm hatten, und doch erhoben die Pharisäer keinen solchen Vorwurf gegen sie; denn nicht die Taten selbst, sondern die Person Christi war es, der sie widerstanden. Um also zu zeigen, dass das, was gegen ihn gesagt wurde, nur eifersüchtige Verdächtigungen waren, führt er die Apostel an. Und er führt sie auch zur Erkenntnis seiner selbst, indem er zeigt, wie sie ihrem eigenen Heil im Wege standen und ihrer eigenen Rettung widerstrebten; während sie sich doch freuen sollten, dass er gekommen war, ihnen große Güter zu schenken: Wenn ich durch den Geist Gottes die Dämonen austreibe, dann ist das Reich Gottes über euch gekommen. Dies zeigt auch, dass das Austreiben der Dämonen eine Sache großer Macht und nicht eine gewöhnliche Gnade ist. Und so argumentiert er: Darum ist das Reich Gottes über euch gekommen, gleichsam als wollte er sagen: Wenn dies wirklich so ist, dann ist der Sohn Gottes über euch gekommen. Aber dies deutet er dunkel an, damit es ihnen nicht hart erscheine. Auch um ihre Aufmerksamkeit zu erregen, sagte er nicht nur: Das Reich ist gekommen, sondern: über euch; das heißt: Diese Güter kommen für euch; warum widersteht ihr eurem eigenen Heil; denn dies ist das eigentliche Zeichen, das die Propheten für die Gegenwart des Sohnes Gottes gegeben haben, dass solche Werke durch göttliche Kraft gewirkt werden sollten.