
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Matthäusevangelium 12
14 Die Pharisäer aber gingen hinaus und fassten den Beschluss, ihn umzubringen. 15 Als Jesus davon erfuhr, zog er sich zurück. Viele folgten ihm und er heilte sie alle. 16 Doch schärfte er ihnen ein, ihn nicht bekannt zu machen. 17 So sollte sich das Wort des Propheten Jesaja erfüllen: 18 Seht meinen Knecht, den ich erwählt habe, / mein Geliebter, an dem meine Seele Wohlgefallen hat.Ich werde meinen Geist auf ihn legen / und er wird den Völkern das Recht verkünden. 19 Er wird nicht streiten und nicht schreien / und auf den Straßen wird man seine Stimme nicht hören. 20 Ein geknicktes Rohr wird er nicht zerbrechen / und einen glimmenden Docht wird er nicht auslöschen, / bis er das Recht zum Sieg hinausführt. 21 Und auf seinen Namen werden die Völker hoffen.
(De Civ. Dei, xx. 30.) Dieses letzte sehen wir nun erfüllt; und so stellt das, was nicht geleugnet werden kann, die Wahrheit dessen fest, was einige aus Unwissenheit geleugnet haben, nämlich das letzte Gericht, das Er auf Erden halten wird, wenn Er selbst vom Himmel kommen wird. Denn wer hätte erwarten können, dass die Heiden ihre Hoffnung auf den Namen Christi setzen würden, als Er in den Händen seiner Feinde war, als Er gebunden, gegeißelt, verachtet und gekreuzigt wurde; als sogar seine Jünger jene Hoffnung verloren hatten, die sie in Ihm zu haben begonnen hatten? Was ein Räuber am Kreuz kaum erhoffte, darauf hoffen nun die weit und breit zerstreuten Völker. Und damit sie nicht ewig sterben, werden sie mit eben jenem Kreuz bezeichnet, an dem er starb. Keiner also zweifle, dass das letzte Gericht von Christus selbst gehalten wird.