
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Matthäusevangelium 12
1 In jener Zeit ging Jesus am Sabbat durch die Kornfelder. Seine Jünger aber hatten Hunger und machten sich daran, Ähren abzurupfen und zu essen. 2 Als die Pharisäer das sahen, sagten sie zu ihm: Schau, deine Jünger tun, was am Sabbat zu tun nicht erlaubt ist. 3 Er aber sagte zu ihnen: Habt ihr nicht gelesen, was David tat, als er und seine Begleiter hungrig waren? 4 Wie er in das Haus Gottes ging und wie sie die Schaubrote aßen, die weder er noch seine Begleiter essen durften, sondern nur die Priester? 5 Oder habt ihr nicht im Gesetz gelesen, dass am Sabbat die Priester im Tempel den Sabbat entweihen, ohne sich schuldig zu machen? 6 Ich sage euch: Hier ist mehr als der Tempel. 7 Hättet ihr erkannt, was das heißt: Erbarmen will ich und nicht Opfer, dann hättet ihr nicht Unschuldige verurteilt. 8 Denn der Menschensohn ist Herr über den Sabbat.
(De Cons. Ev. ii. 34.) Das, was hier folgt, wird sowohl von Markus als auch von Lukas ohne jede Frage eines Widerspruchs erzählt; sie sagen freilich nicht: Zu jener Zeit, sodass Matthäus hier vielleicht die Zeitordnung bewahrt hat, jene die ihrer Erinnerung; es sei denn, wir nehmen die Worte in einem weiteren Sinne: Zu jener Zeit, das heißt die Zeit, in der diese vielen und verschiedenen Dinge geschahen, woraus wir entnehmen können, dass all dies nach dem Tod des Johannes geschah. Denn man glaubt, dass er kurz nach der Entsendung seiner Jünger zu Christus enthauptet wurde. Sodass er, wenn er „zu jener Zeit“ sagt, nur eine unbestimmte Zeit meinen kann.