
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Matthäusevangelium 11
27 Alles ist mir von meinem Vater übergeben. Niemand kennt den Sohn, nur der Vater; und den Vater kennt niemand, nur der Sohn und der, dem der Sohn es offenbaren will.
(Quæst. Ev. i. 1.) Als Er sagte: Niemand kennt den Sohn außer dem Vater, fügte Er nicht hinzu: Und wem der Vater den Sohn offenbaren will. Aber als Er sagte: Niemand kennt den Vater außer dem Sohn, fügte Er hinzu: Und wem der Sohn ihn offenbaren will. Doch dies darf nicht so verstanden werden, als ob der Sohn von niemandem außer nur vom Vater erkannt werden könne; während der Vater nicht nur vom Sohn, sondern auch von denen erkannt werden kann, denen der Sohn ihn offenbaren wird. Vielmehr wird es so ausgedrückt, damit wir verstehen, dass sowohl der Vater als auch der Sohn selbst durch den Sohn offenbart werden, insofern Er das Licht unseres Geistes ist; und was später hinzugefügt wird: Und wem der Sohn es offenbaren will, ist so zu verstehen, dass es sowohl vom Sohn als auch vom Vater gesagt ist und sich auf das Ganze des Gesagten bezieht. Denn der Vater erklärt sich durch sein Wort, aber das Wort erklärt nicht nur das, was durch es erklärt werden soll, sondern indem es dies erklärt, erklärt es sich selbst.