
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 11
7 Als sie gegangen waren, begann Jesus zu den Volksscharen über Johannes zu reden: Wozu seid ihr hinausgegangen in die Wüste? Ein Schilfrohr zu sehen, das im Wind schwankt? 8 Oder wozu seid ihr hinausgegangen? Einen Menschen zu sehen mit feinen Kleidern angetan? Leute, die feine Kleider tragen, sind in den Palästen der Könige. 9 Oder wozu seid ihr hinausgegangen? Einen Propheten zu sehen? Ja, ich sage euch: Viel mehr als einen Propheten. 10 Er ist es, von dem geschrieben steht: Ich sende meinen Boten vor dir her, damit er den Weg vor dir bereitet.
Andernfalls; Dass Johannes nicht wie ein schwankendes Schilfrohr ist, habt ihr selbst gezeigt, indem ihr zu ihm in die Wüste hinausgegangen seid. Und niemand kann sagen, dass Johannes einst fest war, aber seitdem eigenwillig und wankelmütig geworden ist; denn wie einige von Natur aus zum Zorn neigen, andere es durch lange Schwäche und Nachgiebigkeit werden, so sind in der Unbeständigkeit einige von Natur aus unbeständig, andere werden es durch Nachgeben gegenüber ihrer Laune und Selbstverwöhnung. Aber Johannes war weder von Natur aus unbeständig, das meint er mit den Worten: Was seid ihr hinausgegangen zu sehen, ein vom Wind geschütteltes Schilfrohr? Noch hatte er eine vortreffliche Natur durch Selbstverwöhnung verdorben, denn dass er dem Fleisch nicht diente, zeigt seine Kleidung, sein Aufenthalt in der Wüste, sein Gefängnis. Hätte er weiche Kleidung gesucht, hätte er nicht in der Wüste gewohnt, sondern in Königshäusern; Siehe, die in weicher Kleidung gekleidet sind, sind in Königshäusern.