
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 11
7 Als sie gegangen waren, begann Jesus zu den Volksscharen über Johannes zu reden: Wozu seid ihr hinausgegangen in die Wüste? Ein Schilfrohr zu sehen, das im Wind schwankt? 8 Oder wozu seid ihr hinausgegangen? Einen Menschen zu sehen mit feinen Kleidern angetan? Leute, die feine Kleider tragen, sind in den Palästen der Könige. 9 Oder wozu seid ihr hinausgegangen? Einen Propheten zu sehen? Ja, ich sage euch: Viel mehr als einen Propheten. 10 Er ist es, von dem geschrieben steht: Ich sende meinen Boten vor dir her, damit er den Weg vor dir bereitet.
Als sie weggingen, damit er nicht den Anschein erwecke, dem Mann zu schmeicheln; und bei der Korrektur des Irrtums der Menge legt er ihre geheimen Verdächtigungen nicht offen dar, sondern zeigt durch die Ausrichtung seiner Worte gegen das, was in ihren Herzen war, dass er verborgene Dinge kennt. Aber er sagte nicht wie zu den Juden: Warum denkt ihr Böses in euren Herzen? obwohl es tatsächlich böse war, was sie gedacht hatten; doch es entsprang nicht Bosheit, sondern Unwissenheit; daher sprach er nicht hart zu ihnen, sondern antwortete für Johannes und zeigte, dass er nicht von seiner früheren Meinung abgefallen war. Dies lehrt er sie nicht nur durch sein Wort, sondern durch ihr eigenes Zeugnis, das Zeugnis ihrer eigenen Taten sowie ihrer eigenen Worte. Was seid ihr in die Wüste hinausgegangen zu sehen? Gleichsam: Warum habt ihr die Städte verlassen und seid in die Wüste hinausgegangen? So große Menschenmengen wären nicht mit solcher Eile in die Wüste gegangen, wenn sie nicht gedacht hätten, sie würden einen Großen und Wunderbaren sehen, einen, der fester ist als der Fels.