
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 11
1 Als Jesus mit der Unterweisung seiner zwölf Jünger zu Ende war, zog er weiter, um in den Städten zu lehren und zu predigen. 2 Als Johannes im Gefängnis von den Taten Christi hörte, ließ er durch seine Jünger fragen: 3 Bist du es, der kommen soll, oder müssen wir einen anderen erwarten? 4 Jesus antwortete ihnen: Geht und berichtet Johannes, was ihr hört und seht: 5 Blinde sehen, Lahme gehen, Aussätzige werden rein und Taube hören; Tote werden auferweckt und den Armen wird das Evangelium verkündet. 6 Selig ist, der an mir keinen Anstoß nimmt.
So sagte auch Christus, da er den Sinn des Johannes kannte, nicht: Ich bin es; denn so hätte er denen, die ihn hörten, ein Hindernis in den Weg gelegt, die zumindest bei sich gedacht hätten, wenn sie nicht sagten, was die Juden zu Christus sagten: Du gibst Zeugnis von dir selbst. (Johannes 8:13.) Daher wollte er, dass sie aus seinen Wundern lernten, und so legte er ihnen seine Lehre klarer und ohne Verdacht dar. Denn das Zeugnis der Taten ist stärker als das Zeugnis der Worte. Daher heilte er sogleich eine Anzahl von Blinden, Lahmen und vielen anderen, nicht um des Johannes willen, der Erkenntnis hatte, sondern um der anderen willen, die zweifelten; wie es folgt: Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Geht und erzählt Johannes, was ihr gehört und gesehen habt; Die Blinden sehen, die Lahmen gehen, die Aussätzigen werden rein, die Tauben hören, die Toten werden auferweckt, den Armen wird das Evangelium gepredigt.