
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 11
1 Als Jesus mit der Unterweisung seiner zwölf Jünger zu Ende war, zog er weiter, um in den Städten zu lehren und zu predigen. 2 Als Johannes im Gefängnis von den Taten Christi hörte, ließ er durch seine Jünger fragen: 3 Bist du es, der kommen soll, oder müssen wir einen anderen erwarten? 4 Jesus antwortete ihnen: Geht und berichtet Johannes, was ihr hört und seht: 5 Blinde sehen, Lahme gehen, Aussätzige werden rein und Taube hören; Tote werden auferweckt und den Armen wird das Evangelium verkündet. 6 Selig ist, der an mir keinen Anstoß nimmt.
Doch solange Johannes bei ihnen war, hielt er sie rechtmäßig überzeugt in Bezug auf Christus. Aber als er sterben sollte, war er mehr um sie besorgt. Denn er fürchtete, dass er seine Jünger als Beute einer verderblichen Lehre zurücklassen könnte und dass sie von Christus getrennt bleiben würden, zu dem er von Anfang an alle seine Anhänger zu führen bemüht war. Hätte er zu ihnen gesagt: Weicht von mir, denn er ist besser als ich, hätte er sie nicht überzeugt, da sie angenommen hätten, er spräche dies aus Demut, welche Meinung sie ihm noch enger verbunden hätte. Was tut er also? Er wartet darauf, durch sie zu hören, dass Christus Wunder wirkt. Und er sandte nicht alle, sondern nur zwei, (die er vielleicht als glaubensbereiter als die übrigen auswählte,) damit der Grund seiner Nachfrage unverdächtig sei und sie aus den Dingen selbst, die sie sehen würden, den Unterschied zwischen ihm und Jesus verstehen könnten.