
Hilarius von Poitiers
Catena Aurea · Matthäusevangelium 10
34 Glaubt nicht, ich sei gekommen, Frieden auf die Erde zu bringen. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert. 35 Denn ich bin gekommen, den Menschen mit seinem Vater zu entzweien und die Tochter mit der Mutter und die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter. 36 Und die Feinde des Menschen werden seine eigenen Hausgenossen sein.
Mystisch: Ein Schwert ist die schärfste aller Waffen, und daher ist es das Sinnbild des Rechts der Autorität, der Unparteilichkeit der Gerechtigkeit, der Züchtigung der Übeltäter. Das Wort Gottes, so erinnern wir uns, wird mit einem Schwert verglichen; (Eph 6,17; Hebr 4,12.) so ist hier das Schwert, das auf die Erde gesandt wird, Seine Predigt, die in das Herz des Menschen gegossen wird. Die fünf, die in einem Haus wohnen, die Er drei gegen zwei und zwei gegen drei teilt, können wir so erklären: Die drei sind die drei Teile des Menschen, der Leib, die Seele und der Wille; denn wie die Seele in den Leib gegeben ist, so hat der Wille die Macht, beide auf jede Weise zu gebrauchen, die er wählt; und daher wird, wenn ein Gesetz gegeben wird, es dem Willen gegeben. Aber dies findet sich nur in denen, die zuerst von Gott gebildet wurden. Durch die Sünde und den Unglauben des ersten Eltern haben alle Generationen der Menschen seitdem die Sünde zum Vater ihres Leibes und den Unglauben zur Mutter ihrer Seele. Und da jeder Mensch seinen Willen in sich hat, sind so fünf in einem Haus. Wenn wir dann im Bad der Taufe erneuert werden, werden wir durch die Kraft des Wortes von unserer Erbschuld getrennt und gleichsam durch das Schwert Gottes von den Begierden dieses unseres Vaters und unserer Mutter geschieden, und so entsteht eine große Zwietracht in einem Haus; der neue Mensch, der seine Feinde in sich findet, sucht mit Freude in der Neuheit des Geistes zu leben; die, welche vom alten Stamm abstammen, begehren in ihren alten Lüsten zu bleiben.