
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Matthäusevangelium 1
22 Dies alles ist geschehen, damit das Wort des Herrn in Erfüllung geht, das er durch den Propheten gesprochen hat: 23 Seht, die Jungfrau wird schwanger werden und einen Sohn gebären, und man wird ihm den Namen Immanuel geben, das heißt übersetzt: Gott mit uns.
(Cont. Faust. 12. 45, and 13. 7.) Wer ist so töricht, mit Manichäus zu sagen, es sei ein schwacher Glaube, nicht an Christus ohne Zeugnis zu glauben; während der Apostel sagt: Wie sollen sie an den glauben, von dem sie nicht gehört haben? Oder wie sollen sie hören ohne einen Prediger? (Röm. 10,14.) Damit die Dinge, die von den Aposteln gepredigt wurden, nicht verachtet oder für Fabeln gehalten würden, wird bewiesen, dass sie von den Propheten vorhergesagt wurden. Denn obwohl durch Wunder bezeugt, hätte es doch nicht an Menschen gefehlt, die alles einer magischen Kraft zuschrieben, wenn solche Einwände nicht durch das zusätzliche Zeugnis der Prophezeiung überwunden worden wären. Denn niemand konnte annehmen, dass Er lange vor seiner Geburt durch Magie Propheten erweckt hätte, um von Ihm zu prophezeien. Denn wenn wir zu einem Heiden sagen: Glaube an Christus, dass Er Gott ist, und er antwortet: Woher soll ich an Ihn glauben? könnten wir die Autorität der Propheten anführen. Wenn er dem nicht zustimmt, begründen wir ihren Glauben daraus, dass sie Zukünftiges vorhergesagt haben und dieses wirklich eingetroffen ist. Ich nehme an, er konnte nicht umhin zu wissen, wie große Verfolgungen die christliche Religion einst von den Königen dieser Welt erlitten hat; er soll nun eben jene Könige sehen, die sich dem Reich Christi unterwerfen, und alle Völker, die demselben dienen; all dies haben die Propheten vorhergesagt. Wenn er dann diese Dinge aus den Schriften der Propheten hört und sieht, dass sie auf der ganzen Erde erfüllt sind, würde er zum Glauben bewegt werden.