Glossa ordinaria
Catena Aurea · Matthäusevangelium 1
19 Da aber Josef, ihr Mann, gerecht war und sie nicht bloßstellen wollte, gedachte er, sie im Stillen zu entlassen.
(teils ap. Anselm., teils in Ord.) Oder da er nicht wollte, sie in sein Haus zu holen, um für immer mit ihm zu leben, gedachte er sie heimlich zu entlassen; das heißt, die Zeit ihrer Ehe zu ändern. Denn das ist wahre Tugend, wenn weder Barmherzigkeit ohne Gerechtigkeit noch Gerechtigkeit ohne Barmherzigkeit beachtet wird; beide verschwinden, wenn sie voneinander getrennt werden. Oder er war gerecht wegen seines Glaubens, da er glaubte, dass Christus von einer Jungfrau geboren werden sollte; deshalb wollte er sich vor einer so großen Gnade demütigen.