
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 1
19 Da aber Josef, ihr Mann, gerecht war und sie nicht bloßstellen wollte, gedachte er, sie im Stillen zu entlassen.
Doch es ist zu wissen, dass „gerecht“ hier verwendet wird, um einen zu bezeichnen, der in allen Dingen tugendhaft ist. Denn es gibt eine besondere Gerechtigkeit, nämlich frei von Habsucht zu sein; und eine andere allgemeine Tugend, in welchem Sinn die Schrift gewöhnlich das Wort Gerechtigkeit gebraucht. Da er also gerecht, das heißt gütig und barmherzig war, gedachte er die heimlich zu entlassen, die nach dem Gesetz nicht nur der Entlassung, sondern auch des Todes schuldig war. Josef aber erließ beides, als lebte er über dem Gesetz. Denn wie die Sonne die Welt erleuchtet, bevor sie ihre Strahlen zeigt, so ließ Christus, bevor er geboren wurde, viele Wunder sehen.