
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Markusevangelium 9
30 Sie gingen von dort weiter und zogen durch Galiläa. Er wollte aber nicht, dass jemand davon erfuhr. 31 Denn er belehrte seine Jünger und sagte zu ihnen: Der Menschensohn wird in die Hände der Menschen ausgeliefert und sie werden ihn töten. Doch wenn er getötet ist, wird er nach drei Tagen auferstehen. 32 Sie aber verstanden das Wort nicht und scheuten sich, ihn zu fragen. 33 Sie kamen nach Kafarnaum. Als er im Haus angelangt war, fragte er sie: Worüber habt ihr unterwegs gesprochen? 34 Sie schwiegen; sie hatten nämlich unterwegs miteinander darüber gestritten, wer (von ihnen) der Größte sei. 35 Da setzte er sich, rief die Zwölf zu sich und sagte zu ihnen: Wer der Erste sein will, muss der Letzte von allen und der Diener aller sein. 36 Und er nahm ein Kind, stellte es mitten unter sie, umarmte es und sagte zu ihnen: 37 Wer ein solches Kind in meinem Namen aufnimmt, der nimmt mich auf; und wer mich aufnimmt, der nimmt nicht mich auf, sondern den, der mich gesandt hat.
(Vict. Ant. e Cat. in Marc. Sed v. Chrys. Hom. in Matt. 58) Durch den bloßen Anblick überzeugt er sie von Demut und Einfalt; denn dieses kleine Kind war rein von Neid und eitler Ruhmsucht und vom Verlangen nach Überlegenheit. Er sagt aber nicht nur: Wenn ihr so werdet, werdet ihr einen großen Lohn empfangen, sondern auch: Wenn ihr andere ehrt, die um meinetwillen so sind. Deshalb folgt: Und als er es in seine Arme genommen hatte, sprach er zu ihnen: Wer eines von solchen Kindern in meinem Namen aufnimmt, nimmt mich auf.