Theophylakt von Ohrid
Catena Aurea · Markusevangelium 9
9 Während sie vom Berg herabstiegen, gebot er ihnen, niemand zu erzählen, was sie gesehen hatten, bis der Menschensohn von den Toten auferstanden sei. 10 Dieses Wort hielten sie fest und besprachen miteinander, was das bedeute: von den Toten auferstehen. 11 Da fragten sie ihn: Warum sagen die Schriftgelehrten, zuerst müsse Elija kommen? 12 Er antwortete ihnen: Gewiss, Elija kommt zuerst und stellt alles wieder her. Aber weshalb steht dann über den Menschensohn geschrieben, dass er viel leiden und verachtet werden müsse? 13 Ich sage euch: Elija ist schon gekommen, aber sie haben mit ihm gemacht, was sie wollten, wie über ihn geschrieben steht.
Nun bringt der Herr dies vor, um der Auffassung der Pharisäer entgegenzutreten, die meinten, Elias sei der Vorläufer der ersten Ankunft, und zeigt, dass sie zu einer falschen Schlussfolgerung führte; daher fügt er hinzu: Und wie steht geschrieben von dem Menschensohn, dass er viel leiden und verachtet werden muss. Als ob Er gesagt hätte: Wenn Elias der Tisbiter kommt, wird er die Juden besänftigen und sie zum Glauben bringen und so der Vorläufer der zweiten Ankunft sein. Wenn also Elias der Vorläufer der ersten Ankunft ist, wie steht dann geschrieben, dass der Menschensohn leiden muss? Eines von diesen beiden wird also folgen: entweder dass Elias nicht der Vorläufer der ersten Ankunft ist, und so wird die Schrift wahr sein; oder dass er der Vorläufer der ersten Ankunft ist, und dann werden die Schriften nicht wahr sein, die sagen, dass Christus leiden muss; denn Elias muss alles wiederherstellen, in welchem Fall es keinen ungläubigen Juden geben wird, sondern alle, wer auch immer ihn hört, müssen an seine Predigt glauben.