Pseudo-Hieronymus
Catena Aurea · Markusevangelium 8
22 Sie kamen nach Betsaida. Da brachte man ihm einen Blinden und bat ihn, dass er ihn berühre. 23 Er nahm den Blinden bei der Hand und führte ihn zum Dorf hinaus. Dann benetzte er seine Augen mit Speichel, legte ihm die Hände auf und fragte ihn: Siehst du etwas? 24 Der Mann blickte auf und sagte: Ich sehe Menschen; denn ich sehe etwas wie Bäume umhergehen. 25 Hierauf legte er ihm noch einmal die Hände auf die Augen. Da sah er scharf und war wieder gesund und sah alles ganz deutlich. 26 Hierauf schickte er ihn nach Hause und sagte: Geh aber nicht ins Dorf hinein!
Oder aber er sieht Menschen wie Bäume, weil er alle Menschen für höher hält als sich selbst. Aber er legte seine Hände wieder auf seine Augen, damit er alles klar sehe, das heißt, unsichtbare Dinge durch sichtbare verstehe und mit dem Auge eines reinen Geistes betrachte, was das Auge nicht gesehen hat, den herrlichen Zustand seiner eigenen Seele nach dem Rost der Sünde. Er sandte ihn nach Hause, das heißt zu seinem Herzen; damit er in sich selbst Dinge sehe, die er zuvor nicht gesehen hatte; denn ein Mensch, der an der Erlösung verzweifelt, denkt nicht, dass er überhaupt tun kann, was er, wenn er erleuchtet ist, leicht vollbringen kann.