Theophylakt von Ohrid
Catena Aurea · Markusevangelium 8
1 Als in jenen Tagen wieder eine große Menschenmenge da war und sie nichts zu essen hatten, rief er die Jünger zu sich und sagte ihnen: Ich habe Mitleid mit dem Volk; 2 denn schon drei Tage harren sie bei mir aus und haben nichts zu essen. 3 Wenn ich sie hungrig nach Hause gehen lasse, werden sie unterwegs zusammenbrechen, denn manche von ihnen sind von weither gekommen. 4 Da entgegneten ihm seine Jünger: Woher soll man hier in der Wüste Brot hernehmen, sie satt zu bekommen? 5 Er fragte sie: Wie viele Brote habt ihr? Sie antworteten: Sieben. 6 Da ließ er das Volk sich auf der Erde lagern, nahm die sieben Brote, sprach das Dankgebet, brach sie und gab sie seinen Jüngern zum Austeilen; und sie teilten sie an das Volk aus. 7 Auch ein paar kleine Fische hatten sie. Er sprach das Segensgebet darüber und ließ auch sie austeilen. 8 Die Leute aßen und wurden satt. Sie hoben noch die übrig gebliebenen Brocken auf, sieben Körbe voll. 9 Es waren ungefähr viertausend Menschen. Dann entließ er sie.
Nachdem der Herr das frühere Wunder der Vermehrung der Brote vollbracht hatte, bietet sich nun wieder eine passende Gelegenheit dar, und Er ergreift die Gelegenheit, ein ähnliches Wunder zu wirken; daher heißt es: In jenen Tagen, als die Menge sehr groß war und nichts zu essen hatte, rief Jesus seine Jünger zu sich und sprach zu ihnen: Ich habe Mitleid mit der Menge, denn sie sind nun schon drei Tage bei mir und haben nichts zu essen. Denn Er wirkte nicht immer Wunder bei der Speisung der Menge, damit sie Ihm nicht um der Speise willen folgten; jetzt also hätte Er dieses Wunder nicht vollbracht, wenn Er nicht gesehen hätte, dass die Menge in Gefahr war. Daher heißt es weiter: Und wenn ich sie fastend nach Hause entlasse, werden sie unterwegs verschmachten; denn einige von ihnen sind von weit her gekommen.