Theophylakt von Ohrid
Catena Aurea · Markusevangelium 7
24 Er brach von dort auf und begab sich in das Gebiet von Tyrus. Er ging in ein Haus und wollte nicht, dass es jemand erfuhr. Doch er konnte nicht verborgen bleiben. 25 Sofort hörte eine Frau von ihm, deren Tochter einen unreinen Geist hatte, kam und warf sich ihm zu Füßen. 26 Die Frau war aber eine Griechin, von Geburt Syrophönizierin. Sie bat ihn, den Dämon aus ihrer Tochter auszutreiben. 27 Da sagte er zu ihr: Lasst erst die Kinder satt werden; denn es ist nicht recht, das Brot den Kindern wegzunehmen und den Hunden hinzuwerfen. 28 Sie aber erwiderte ihm: Gewiss, Herr, doch auch die Hunde unter dem Tisch fressen von den Brocken der Kinder. 29 Da sagte er zu ihr: Um dieses Wortes willen geh heim, der Dämon ist aus deiner Tochter ausgefahren. 30 Da ging sie in ihr Haus und fand das Kind auf dem Bett liegen und den Dämon ausgefahren.
Er nennt die Heiden Hunde, da sie von den Juden für gottlos gehalten wurden; und mit Brot meint Er die Wohltat, die der Herr den Kindern, das heißt den Juden, verheißen hat. Der Sinn ist also, dass es nicht recht ist, dass die Heiden zuerst an der Wohltat teilhaben, die hauptsächlich den Juden verheißen wurde. Der Grund also, warum der Herr nicht sogleich erhört, sondern seine Gnade aufschiebt, ist, dass Er auch zeigen möge, dass der Glaube der Frau fest war, und dass wir lernen, nicht sogleich im Gebet zu ermüden, sondern inständig zu bleiben, bis wir erlangen.