Pseudo-Augustinus
Catena Aurea · Markusevangelium 7
24 Er brach von dort auf und begab sich in das Gebiet von Tyrus. Er ging in ein Haus und wollte nicht, dass es jemand erfuhr. Doch er konnte nicht verborgen bleiben. 25 Sofort hörte eine Frau von ihm, deren Tochter einen unreinen Geist hatte, kam und warf sich ihm zu Füßen. 26 Die Frau war aber eine Griechin, von Geburt Syrophönizierin. Sie bat ihn, den Dämon aus ihrer Tochter auszutreiben. 27 Da sagte er zu ihr: Lasst erst die Kinder satt werden; denn es ist nicht recht, das Brot den Kindern wegzunehmen und den Hunden hinzuwerfen. 28 Sie aber erwiderte ihm: Gewiss, Herr, doch auch die Hunde unter dem Tisch fressen von den Brocken der Kinder. 29 Da sagte er zu ihr: Um dieses Wortes willen geh heim, der Dämon ist aus deiner Tochter ausgefahren. 30 Da ging sie in ihr Haus und fand das Kind auf dem Bett liegen und den Dämon ausgefahren.
Wenn er es aber wollte und nicht konnte, scheint es, als ob sein Wille ohnmächtig wäre; es ist jedoch nicht möglich, dass der Wille unseres Erlösers nicht erfüllt wird, noch kann er etwas wollen, von dem er weiß, dass es nicht sein soll. Wenn also etwas geschehen ist, kann man behaupten, dass er es gewollt hat. Wir müssen aber beachten, dass dies unter den Heiden geschah, denen zu predigen noch nicht an der Zeit war; sie jedoch nicht aufzunehmen, wenn sie von selbst zum Glauben kamen, hätte bedeutet, ihnen den Glauben zu missgönnen. So geschah es also, dass der Herr nicht durch seine Jünger bekannt gemacht wurde; andere jedoch, die ihn in das Haus eintreten sahen, erkannten ihn, und es begann bekannt zu werden, dass er dort war. Sein Wille war also, dass er nicht durch seine eigenen Jünger verkündet würde, sondern dass andere kommen sollten, ihn zu suchen, und so geschah es.