Glossa ordinaria
Catena Aurea · Markusevangelium 7
14 Dann rief er das Volk wieder herbei und sagte zu ihnen: Hört mich alle und begreift: 15 Nichts, was von außen in den Menschen hineinkommt, kann ihn unrein machen, sondern das, was aus dem Menschen herauskommt, das ist es, was den Menschen unrein macht. 16 Wer Ohren hat zu hören, der höre! 17 Als er von der Menge weg in ein Haus gegangen war, fragten ihn seine Jünger nach dem Gleichnis. 18 Da sagte er zu ihnen: Seid auch ihr ohne Verständnis? Begreift ihr nicht, dass alles, was von außen in den Menschen hineinkommt, ihn nicht unrein machen kann, 19 weil es nicht in sein Herz gelangt, sondern in den Bauch, und dann in den Abort hinausgeht? Damit erklärte er alle Speisen für rein. 20 Er fuhr fort: Was aus dem Menschen herauskommt, das macht den Menschen unrein. 21 Denn von innen, aus dem Herzen der Menschen, kommen die bösen Gedanken, Unzucht, Diebstahl, Mord, 22 Ehebruch, Habsucht, Bosheit, Arglist, Ausschweifung, Neid, Lästerung, Hochmut, Unbesonnenheit. 23 Alles dieses Böse kommt von innen heraus und macht den Menschen unrein.
a Es heißt also: in sein Herz, das heißt in seinen Geist, der der Hauptteil seiner Seele ist, von dem sein ganzes Leben abhängt; daher ist es notwendig, dass ein Mensch je nach dem Zustand seines Herzens rein oder unrein genannt wird, und so kann alles, was die Seele nicht erreicht, keine Verunreinigung für den Menschen bringen. Die Speisen also, da sie die Seele nicht erreichen, können von ihrer eigenen Natur her den Menschen nicht verunreinigen; aber ein ungeordneter Gebrauch der Speisen, der aus einem Mangel an Ordnung im Geist hervorgeht, macht die Menschen unrein. Dass aber die Speisen den Geist nicht erreichen können, zeigt er durch das, was er hinzufügt: Sondern in den Bauch, und geht in den Abort hinaus, wobei er alle Speisen reinigt. Dies aber sagt er, ohne auf das zu verweisen, was von der Nahrung im Körper bleibt, denn das, was für die Ernährung und das Wachstum des Körpers notwendig ist, bleibt. Was aber überflüssig ist, geht hinaus und reinigt so gleichsam die Nahrung, die bleibt.