Pseudo-Hieronymus
Catena Aurea · Markusevangelium 6
30 Die Apostel kamen wieder bei Jesus zusammen und berichteten ihm alles, was sie getan und was sie gelehrt hatten. 31 Da sagte er zu ihnen: Kommt mit, ihr allein, an einen einsamen Ort und ruht ein wenig aus. Denn es waren viele, die da kamen und gingen, dass sie nicht einmal Zeit zum Essen hatten. 32 So fuhren sie mit einem Boot an einen einsamen Ort, um allein zu sein. 33 Aber man sah sie abfahren und viele merkten es und sie liefen zu Fuß aus allen Städten dorthin zusammen und kamen noch vor ihnen an. 34 Als er ausstieg, sah er eine große Volksmenge und wurde von Mitleid mit ihnen ergriffen; denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben. Und er begann sie vieles zu lehren.
Gering ist freilich die Ruhe der Heiligen hier auf Erden, lang ihre Arbeit, aber danach wird ihnen geboten, von ihren Mühen auszuruhen. Doch wie in der Arche Noah die Tiere, die darinnen waren, hinausgesandt wurden und die, welche draußen waren, hineineilten, so ist es in der Kirche: Judas ging, der Schächer kam zu Christus. Aber solange Menschen vom Glauben abfallen, kann die Kirche keine Zuflucht vor dem Schmerz finden; denn Rahel, die um ihre Kinder weint, will nicht getröstet werden. Zudem ist diese Welt nicht das Gastmahl, in dem der neue Wein getrunken wird, wenn das neue Lied von erneuerten Menschen gesungen werden wird, wenn dieses Sterbliche Unsterblichkeit angezogen hat.