
Gregor der Große
Catena Aurea · Markusevangelium 5
35 Während er noch redete, kamen Leute des Synagogenvorstehers und sagten: Deine Tochter ist gestorben. Was bemühst du den Meister noch? 36 Jesus aber, der aufgefangen hatte, was da gesprochen wurde, sagte zu dem Synagogenvorsteher: Fürchte dich nicht, glaube nur! 37 Und er ließ niemand mit sich gehen außer Petrus, Jakobus und Johannes, den Bruder des Jakobus. 38 So kamen sie zum Haus des Synagogenvorstehers und er nahm den Lärm wahr und wie sie weinten und laut wehklagten. 39 Nachdem er eingetreten war, sagte er zu ihnen: Was lärmt und weint ihr? Das Kind ist nicht tot, sondern es schläft. Da verlachten sie ihn. 40 Er aber wies alle hinaus, nahm des Kindes Vater und Mutter sowie seine Begleiter mit sich und ging in die Kammer, in der das Kind lag. 41 Er ergriff die Hand des Kindes und sagte zu ihm: Talita kum!, was übersetzt heißt: Mädchen, ich sage dir, steh auf! 42 Sofort stand das Mädchen auf und ging umher. Es war zwölf Jahre alt. Die Leute gerieten außer sich vor Entsetzen. 43 Er aber gebot ihnen streng, dass niemand etwas davon erfahren dürfe, und sagte, man solle ihr zu essen geben.
(Mor. 4, 27) Moralisch wiederum erweckte unser Erlöser das Mädchen im Haus, den Jüngling außerhalb des Tores, Lazarus im Grab; der liegt noch tot im Haus, dessen Sünde verborgen ist; der wird außerhalb des Tores getragen, dessen Sünde in den Wahnsinn einer offenen Tat ausgebrochen ist; der liegt niedergedrückt unter dem Hügel des Grabes, der bei der Begehung der Sünde machtlos unter der Last der Gewohnheit liegt.