Pseudo-Chrysostomus
Catena Aurea · Markusevangelium 3
23 Da rief er sie herbei und redete in Gleichnissen zu ihnen: Wie kann der Satan den Satan austreiben? 24 Wenn ein Reich mit sich selbst entzweit ist, so kann dieses Reich keinen Bestand haben. 25 Und wenn ein Haus in sich selbst entzweit ist, so kann dieses Haus keinen Bestand haben. 26 Wenn nun Satan gegen sich selbst aufsteht und mit sich entzweit ist, so kann er keinen Bestand haben, sondern es ist aus mit ihm. 27 Niemand aber kann in das Haus eines Starken eindringen und seine Habe rauben, wenn er nicht zuvor den Starken gefesselt hat. Dann erst wird er sein Haus ausplündern. 28 Amen, ich sage euch: Alle Sünden und Lästerungen werden den Menschen vergeben werden, soviel sie auch lästern mögen. 29 Wer aber gegen den Heiligen Geist lästert, findet in Ewigkeit keine Vergebung, sondern ist ewiger Sünde schuldig. 30 Sie sagten nämlich: Er hat einen unreinen Geist.
(Vict. Ant. e Cat. in Mk) Nachdem die Lästerung der Schriftgelehrten dargelegt ist, zeigt unser Herr, dass das, was sie sagten, unmöglich war, und bestätigt seinen Beweis durch ein Beispiel. Daher heißt es: Und er rief sie zu sich und sprach zu ihnen in Gleichnissen: Wie kann Satan den Satan austreiben? Als hätte er gesagt: Ein Reich, das durch Bürgerkrieg gegen sich selbst entzweit ist, muss verwüstet werden, was sowohl an einem Haus als auch an einer Stadt veranschaulicht wird. Wenn daher auch das Reich Satans gegen sich selbst entzweit ist, so dass Satan den Satan aus den Menschen austreibt, steht die Verwüstung des Reiches der Dämonen bevor. Ihr Reich aber besteht darin, die Menschen unter ihrer Herrschaft zu halten. Wenn sie also von den Menschen vertrieben werden, läuft es auf nichts Geringeres als die Auflösung ihres Reiches hinaus. Wenn sie aber noch ihre Macht über die Menschen behalten, ist es offenbar, dass das Reich des Bösen noch steht und Satan nicht gegen sich selbst entzweit ist.