Theophylakt von Ohrid
Catena Aurea · Markusevangelium 3
6 Da gingen die Pharisäer hinaus und fassten sogleich zusammen mit den Herodianern den Beschluss, ihn umzubringen. 7 Jesus zog sich mit seinen Jüngern an den See zurück. Eine große Volksschar aus Galiläa folgte ihm. Auch aus Judäa 8 und aus Jerusalem, aus Idumäa und von jenseits des Jordan sowie aus der Gegend von Tyrus und Sidon kam eine große Menge zu ihm, als sie von seinen Taten gehört hatten. 9 Da bat er seine Jünger, ein Boot für ihn bereitzuhalten, damit die Menge ihn nicht erdrücke. 10 Denn er heilte viele, sodass alle, die von Leiden gequält waren, sich auf ihn stürzten, um ihn zu berühren. 11 Auch die unreinen Geister fielen vor ihm nieder, sobald sie ihn erblickten, und schrien: Du bist der Sohn Gottes! 12 Er aber fuhr sie hart an, dass sie ihn nicht bekannt machten.
Aber die Soldaten des Königs Herodes werden Herodianer genannt, weil eine gewisse neue Häresie entstanden war, die behauptete, Herodes sei der Christus. Denn die Prophezeiung Jakobs deutete an, dass, wenn die Fürsten von Juda aufhören, dann Christus kommen werde; weil also zur Zeit des Herodes keiner der jüdischen Fürsten übrig blieb und er, ein Fremder, der alleinige Herrscher war, meinten einige, er sei der Christus, und gründeten diese Häresie. Diese also versuchten zusammen mit den Pharisäern, Christus zu töten.