Theophylakt von Ohrid
Catena Aurea · Markusevangelium 14
66 Während Petrus unten im Hof war, kam eine von den Mägden des Hohenpriesters. 67 Als sie Petrus sich wärmen sah, blickte sie ihn an und sagte: Auch du warst bei dem Nazarener Jesus. 68 Doch er leugnete und sagte: Ich weiß nicht und verstehe nicht, was du meinst. Dann ging er in den Vorhof hinaus. 69 Als die Magd ihn dort sah, fing sie von neuem an, zu den Umstehenden zu sagen: Der gehört zu ihnen. 70 Er aber leugnete nochmals. Bald darauf sagten die Umstehenden wiederum zu Petrus: Du bist bestimmt einer von ihnen. Du bist ja auch ein Galiläer. 71 Da fing er an zu fluchen und zu schwören: 72 Ich kenne diesen Menschen nicht, von dem ihr redet! Und sogleich krähte der Hahn zum zweiten Mal. Da erinnerte sich Petrus an das Wort, das Jesus zu ihm gesagt hatte: Ehe der Hahn zweimal kräht, wirst du mich dreimal verleugnen. Und er brach in Tränen aus.
Denn Tränen brachten Petrus durch Buße zu Christus. Beschämt seien also die Novatianer, die sagen, dass der, der nach Empfang der Taufe sündigt, nicht zur Vergebung seiner Sünde aufgenommen wird. Denn siehe, Petrus, der auch den Leib und das Blut des Herrn empfangen hatte, wird durch Buße aufgenommen; denn die Fehler der Heiligen sind geschrieben, damit auch wir, wenn wir aus Unvorsichtigkeit fallen, durch ihr Beispiel zurücklaufen können und hoffen, durch Buße Erleichterung zu finden.