Pseudo-Hieronymus
Catena Aurea · Markusevangelium 14
60 Da erhob sich der Hohepriester, trat in die Mitte und fragte Jesus: Antwortest du nichts auf das, was diese Leute gegen dich aussagen? 61 Er aber schwieg und antwortete nichts. Nochmals fragte ihn der Hohepriester: Bist du der Messias, der Sohn des Hochgelobten? 62 Jesus antwortete: Ich bin es. Und ihr werdet den Menschensohn zur Rechten der Macht sitzen und mit den Wolken des Himmels kommen sehen. 63 Da zerriss der Hohepriester sein Gewand und rief: Was brauchen wir noch Zeugen? 64 Ihr habt die Lästerung gehört. Was ist euere Meinung? Sie sprachen ihn sämtlich des Todes schuldig. 65 Und einige spien ihn an, verhüllten sein Gesicht, schlugen ihn und riefen: Weissage! Auch die Diener schlugen ihn ins Gesicht.
Der Hohepriester zwar fragt den Sohn Gottes, aber Jesus spricht in seiner Antwort vom Menschensohn, damit wir dadurch verstehen, dass der Sohn Gottes auch der Menschensohn ist; und lass uns nicht eine Viertheit in der Dreifaltigkeit annehmen, sondern lass den Menschen in Gott und Gott im Menschen sein. Und er sagte: Sitzend zur Rechten der Kraft, das heißt, herrschend im ewigen Leben und in der göttlichen Kraft. Er sagt: Und kommend mit den Wolken des Himmels. Er ist in einer Wolke aufgefahren, er wird mit einer Wolke kommen; das heißt, er ist allein in jenem Leib aufgefahren, den er von der Jungfrau annahm, und er wird zum Gericht mit der ganzen Kirche kommen, die sein Leib und seine Fülle ist.