Theophylakt von Ohrid
Catena Aurea · Markusevangelium 14
60 Da erhob sich der Hohepriester, trat in die Mitte und fragte Jesus: Antwortest du nichts auf das, was diese Leute gegen dich aussagen? 61 Er aber schwieg und antwortete nichts. Nochmals fragte ihn der Hohepriester: Bist du der Messias, der Sohn des Hochgelobten? 62 Jesus antwortete: Ich bin es. Und ihr werdet den Menschensohn zur Rechten der Macht sitzen und mit den Wolken des Himmels kommen sehen. 63 Da zerriss der Hohepriester sein Gewand und rief: Was brauchen wir noch Zeugen? 64 Ihr habt die Lästerung gehört. Was ist euere Meinung? Sie sprachen ihn sämtlich des Todes schuldig. 65 Und einige spien ihn an, verhüllten sein Gesicht, schlugen ihn und riefen: Weissage! Auch die Diener schlugen ihn ins Gesicht.
Aber er schwieg, weil er wusste, dass sie nicht auf seine Worte achten würden; daher antwortete er nach Lukas: Wenn ich es euch sage, werdet ihr nicht glauben. (Lk 22:67) Daher folgt: Wieder fragte ihn der Hohepriester und sprach zu ihm: Bist du der Christus, der Sohn des Hochgelobten? Der Hohepriester stellt diese Frage zwar nicht, damit er von ihm lerne und glaube, sondern um einen Anlass gegen ihn zu suchen. Aber er fragt: Bist du der Christus, der Sohn des Hochgelobten, weil es viele Christusse gab, das heißt Gesalbte, wie Könige und Hohepriester, aber keiner von diesen wurde der Sohn des hochgelobten Gottes genannt, das heißt des immerzu Gepriesenen.