Theophylakt von Ohrid
Catena Aurea · Markusevangelium 14
22 Während des Mahls nahm er Brot, sprach das Segensgebet, brach es und gab es ihnen mit den Worten: Nehmt, das ist mein Leib. 23 Dann nahm er einen Becher, sprach das Dankgebet, gab ihn ihnen und sie tranken alle daraus. 24 Und er sagte zu ihnen: Das ist mein Blut des Bundes, das für viele vergossen wird. 25 Amen, ich sage euch: Ich werde nicht mehr von der Frucht des Weinstocks trinken bis zu jenem Tag, an dem ich von neuem davon trinke im Reich Gottes.
Als hätte er gesagt: Ich werde keinen Wein trinken bis zur Auferstehung; denn er nennt seine Auferstehung das Reich, da er damals über den Tod herrschte. Aber nach seiner Auferstehung aß und trank er mit seinen Jüngern und zeigte, dass er selbst es war, der gelitten hatte. Aber er trank ihn neu, das heißt auf neue und fremdartige Weise, denn er hatte keinen Leib, der dem Leiden unterworfen war und Nahrung benötigte, sondern einen unsterblichen und unvergänglichen. Wir können es auch auf diese Weise verstehen. Der Weinstock ist der Herr selbst, mit dem Spross des Weinstocks sind die Geheimnisse gemeint und das verborgene Verständnis, das er selbst hervorbringt, der den Menschen Erkenntnis lehrt. Aber im Reich Gottes, das heißt in der kommenden Welt, wird er mit seinen Jüngern Geheimnisse und Erkenntnis trinken, uns neue Dinge lehren und offenbaren, was er jetzt verbirgt.