
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Markusevangelium 14
10 Judas Iskariot, einer von den Zwölf, ging zu den Hohenpriestern, um ihn an sie zu verraten. 11 Sie aber freuten sich, als sie es hörten, und versprachen, ihm Geld zu geben. Von da an suchte er, wie er ihn bei günstiger Gelegenheit verraten könnte.
(ubi sup.) O! der Wahnsinn, ja, die Habgier des Verräters, denn seine Habsucht brachte all das Übel hervor. Denn die Habsucht hält die Seelen fest, die sie ergriffen hat, und schließt sie auf jede Weise ein, wenn sie sie gebunden hat, und lässt sie alles vergessen, indem sie ihren Sinn verwirrt. Judas, gefangen von diesem Wahnsinn der Habsucht, vergisst das Gespräch, den Tisch Christi, seine eigene Jüngerschaft, Christi Warnungen und Zureden. Denn es folgt: Und er suchte, wie er ihn gelegen verraten könnte.