Theophylakt von Ohrid
Catena Aurea · Markusevangelium 13
32 Jenen Tag aber oder die Stunde kennt niemand, auch nicht die Engel im Himmel, auch nicht der Sohn, sondern nur der Vater. 33 Gebt Acht, seid wachsam! Denn ihr wisst nicht, wann der Augenblick da ist. 34 Es ist wie bei einem Mann, der außer Landes reiste, sein Haus verließ und seinen Knechten Vollmacht gab, jedem seine Arbeit, und dem Türhüter befahl, wachsam zu sein. 35 Wacht also! Denn ihr wisst nicht, wann der Hausherr kommt, ob am Abend oder um Mitternacht oder beim Hahnenschrei oder frühmorgens. 36 Er soll euch, wenn er unvermutet kommt, nicht schlafend antreffen. 37 Was ich aber euch sage, das sage ich allen: Seid wachsam!
Siehe wieder, dass er nicht gesagt hat: „Ich weiß nicht, wann die Zeit sein wird“, sondern: „Ihr wisst nicht.“ Denn der Grund, warum er es verbarg, war, dass es besser für uns war; denn wenn wir schon, da wir das Ende nicht kennen, sorglos sind, was würden wir tun, wenn wir es wüssten? Wir würden unsere Bosheiten bis zum Ende fortsetzen. Lasst uns daher auf seine Worte achten; denn das Ende kommt am Abend, wenn ein Mensch im Alter stirbt; um Mitternacht, wenn er in der Mitte seiner Jugend stirbt; und beim Hahnenschrei, wenn unsere Vernunft in uns vollkommen ist; denn wenn ein Kind beginnt, nach seiner Vernunft zu leben, dann kräht der Hahn laut in ihm und weckt ihn aus dem Schlaf der Sinne; aber das Kindesalter ist der Morgen. Nun müssen alle diese Lebensalter auf das Ende achten; denn sogar ein Kind muss bewacht werden, damit es nicht ungetauft stirbt.