Theophylakt von Ohrid
Catena Aurea · Markusevangelium 13
1 Als er den Tempel verließ, sagte einer seiner Jünger zu ihm: Meister, sieh, was für Steine und was für Bauten! 2 Jesus sagte zu ihm: Siehst du diese großen Bauten? Kein Stein wird auf dem anderen bleiben; alles wird zerstört.
Denn da der Herr viel über die Zerstörung Jerusalems gesprochen hatte, wunderten sich seine Jünger, dass so zahlreiche und schöne Gebäude zerstört werden sollten; und dies ist der Grund, warum sie die Schönheit des Tempels hervorheben, und er antwortet nicht nur, dass sie zerstört werden sollten, sondern auch, dass kein Stein auf dem anderen bleiben sollte; deshalb geht es weiter: Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Siehst du diese großen Gebäude? Es wird kein Stein auf dem anderen bleiben, der nicht niedergerissen wird. Nun könnten einige versuchen zu beweisen, dass Christi Worte falsch waren, indem sie sagen, dass viele Ruinen übrig blieben, aber das ist überhaupt nicht der Punkt; denn obwohl einige Ruinen übrig geblieben waren, wird doch bei der Vollendung aller Dinge kein Stein auf dem anderen bleiben. Außerdem wird berichtet, dass Aelius Adrian die Stadt und den Tempel von Grund auf umstürzte, so dass das hier gesprochene Wort des Herrn erfüllt wurde.