Theophylakt von Ohrid
Catena Aurea · Markusevangelium 11
19 Als es Abend wurde, gingen sie aus der Stadt hinaus. 20 Als sie am Morgen an dem Feigenbaum vorbeikamen, sahen sie, dass er bis zu den Wurzeln verdorrt war. 21 Da erinnerte sich Petrus und sagte zu Jesus: Meister, siehe, der Feigenbaum, den du verflucht hast, ist verdorrt. 22 Jesus gab ihnen zur Antwort: Habt Glauben an Gott! 23 Amen, ich sage euch: Wer zu dem Berg da sagt: Hebe dich weg und stürz dich ins Meer!, und in seinem Herzen nicht zweifelt, sondern glaubt, dass das geschieht, was er ausspricht, dem wird es zuteil werden. 24 Darum sage ich euch: Alles, um was ihr betet und bittet -- glaubt nur, dass ihr es schon empfangen habt, und es wird euch zuteil. 25 Und wenn ihr beten wollt, so vergebt, wenn ihr etwas gegen jemand habt, damit auch euer Vater im Himmel euch euere Verfehlungen vergibt. 26 [Wenn ihr aber nicht vergebt, dann wird euer Vater im Himmel auch euere Verfehlungen nicht vergeben.]
Die Größe des Wunders zeigt sich im Vertrocknen eines so saftigen und grünen Baumes. Aber obwohl Matthäus sagt, dass der Feigenbaum sofort verdorrte und dass die Jünger, als sie es sahen, sich wunderten, gibt es keinen Grund zur Verwirrung, obwohl Markus nun sagt, dass die Jünger den Feigenbaum am nächsten Tag verdorrt sahen; denn was Matthäus sagt, muss so verstanden werden, dass sie es nicht sofort sahen, sondern am nächsten Tag.