Pseudo-Hieronymus
Catena Aurea · Markusevangelium 10
46 Sie kamen nach Jericho. Als er mit seinen Jüngern und vielem Volk Jericho wieder verließ, saß Bartimäus, der Sohn des Timäus, ein blinder Bettler, am Weg. 47 Als er hörte, dass es Jesus aus Nazaret war, rief er laut: Sohn Davids, Jesus, erbarme dich meiner! 48 Viele fuhren ihn an, er solle still sein, er aber schrie noch lauter: Sohn Davids, erbarme dich meiner! 49 Da blieb Jesus stehen und sagte: Ruft ihn her! Sie riefen den Blinden und sagten ihm: Hab Mut, steh auf, er ruft dich. 50 Da warf er seinen Mantel ab, sprang auf und kam zu Jesus. 51 Und Jesus fragte ihn: Was willst du, dass ich dir tun soll? Der Blinde antwortete ihm: Rabbuni, dass ich wieder sehen kann. 52 Da sagte Jesus zu ihm: Geh, dein Glaube hat dir Heilung gebracht. Und sogleich sah er wieder und folgte ihm auf dem Weg.
Auch das Volk der Juden, weil es die Schriften bewahrte und sie nicht erfüllte, bettelt und hungert am Wegesrand; aber er schreit: Sohn Davids, erbarme dich meiner, weil das jüdische Volk durch die Verdienste der Propheten erleuchtet wird. Viele weisen ihn zurecht, er solle schweigen, das heißt, Sünden und Teufel halten den Schrei der Armen zurück; und er schrie noch mehr, weil, wenn die Schlacht groß wird, Hände mit Schreien zum Felsen der Hilfe erhoben werden müssen, das heißt zu Jesus von Nazareth.