Theophylakt von Ohrid
Catena Aurea · Markusevangelium 10
41 Als die Zehn das hörten, entrüsteten sie sich über Jakobus und Johannes. 42 Da rief Jesus sie zu sich und sagte zu ihnen: Ihr wisst, dass die, die als Herrscher gelten, ihre Völker unterjochen und dass ihre Großen sich Gewalt über sie aneignen. 43 Bei euch aber soll es nicht so sein, sondern wer unter euch der Größte sein will, soll euer Diener sein, 44 und wer unter euch der Erste sein will, soll der Diener aller sein. 45 Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, sich bedienen zu lassen, sondern zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.
Die anderen Apostel sind empört, als sie sehen, dass Jakobus und Johannes nach Ehre streben; daher heißt es: Und als die Zehn es hörten, begannen sie, über Jakobus und Johannes sehr unwillig zu sein. Denn von menschlichen Gefühlen beeinflusst, wurden sie von Neid bewegt; und ihr erster Unwille entstand daraus, dass sie sahen, dass sie vom Herrn nicht bevorzugt wurden; vor dieser Zeit waren sie nicht unwillig, weil sie sahen, dass sie selbst vor anderen Menschen geehrt wurden. Zu dieser Zeit waren die Apostel so unvollkommen, aber später gaben sie einander den ersten Platz. Christus jedoch heilt sie; zuerst, indem er sie zu sich zieht, um sie zu trösten; und das ist gemeint, wenn es heißt: Aber Jesus rief sie zu sich; dann, indem er ihnen zeigt, dass es den Heiden zukommt, Ehre zu usurpieren und den ersten Platz zu begehren. Daher folgt: Und er spricht zu ihnen: Ihr wisst, dass die, welche über die Heiden zu herrschen scheinen, Herrschaft ausüben; und ihre Großen üben Macht über sie aus. Die Großen der Heiden drängen sich tyrannisch und wie Herren in den ersten Platz. Es geht weiter: Aber so soll es nicht unter euch sein.