Beda Venerabilis
Catena Aurea · Markusevangelium 10
28 Da sagte Petrus zu ihm: Siehe, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt. 29 Jesus antwortete: Amen, ich sage euch: Niemand hat Haus, Brüder, Schwestern, Mutter, Vater, Kinder oder Äcker um meinetwillen und um des Evangeliums willen verlassen, 30 der nicht hundertfach, jetzt in dieser Zeit, Häuser, Brüder, Schwestern, Mütter, Kinder und Äcker erhält, wenn auch unter Verfolgungen, und in der künftigen Welt das ewige Leben. 31 Viele aber, die (jetzt) die Ersten sind, werden die Letzten sein und die Letzten die Ersten.
(ubi sup.) Dieses hier Gesagte: „wird das Hundertfache empfangen“, kann in einem höheren Sinn verstanden werden. Denn die Zahl Hundert, die durch den Wechsel von der linken zur rechten Hand gezählt wird, obwohl sie beim Beugen der Finger dasselbe Aussehen hat wie die Zehn auf der Linken, wird dennoch auf eine viel größere Menge vermehrt. Das bedeutet, dass alle, die zeitliche Dinge um des Himmelreiches willen durch unbezweifelten Glauben verachtet haben, die Freude desselben Reiches in diesem Leben, das voll von Verfolgungen ist, kosten und in der Erwartung des himmlischen Vaterlandes, das durch die rechte Hand bezeichnet wird, Anteil an der Glückseligkeit aller Auserwählten haben. Aber weil nicht alle einen tugendhaften Lebenswandel mit demselben Eifer vollenden, mit dem sie ihn begonnen haben, wird sogleich hinzugefügt: Aber viele, die die Ersten sind, werden die Letzten sein, und die Letzten die Ersten; denn wir sehen täglich viele Personen, die im Laienstand verbleibend durch ihr verdienstvolles Leben hervorragen; andere aber, die von Jugend an in einem geistlichen Beruf eifrig waren, welken schließlich in der Trägheit der Bequemlichkeit dahin und beenden mit träger Torheit im Fleisch, was sie im Geist begonnen hatten.