
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Markusevangelium 10
1 Er brach von dort auf und zog in das Gebiet von Judäa und jenseits des Jordan. Wieder strömten die Scharen bei ihm zusammen; und wieder lehrte er sie, wie er es gewohnt war. 2 Da kamen Pharisäer zu ihm und fragten ihn, um ihn auf die Probe zu stellen, ob es dem Mann erlaubt sei, seine Frau zu entlassen. 3 Er antwortete ihnen: Was hat euch Mose vorgeschrieben? 4 Sie sagten: Mose hat erlaubt, einen Scheidebrief auszustellen und (sie damit) zu entlassen. 5 Jesus entgegnete ihnen: Wegen euerer Herzenshärte hat Mose euch diese Verordnung gegeben. 6 Von Anbeginn der Schöpfung aber hat Gott sie als Mann und Frau geschaffen. 7 Deshalb wird der Mann Vater und Mutter verlassen und die beiden werden ein Fleisch sein. 8 Also sind sie nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch. 9 Was aber Gott verbunden hat, das soll der Mensch nicht trennen. 10 Zu Hause befragten ihn die Jünger nochmals darüber. 11 Er antwortete ihnen: Wer seine Frau entlässt und eine andere heiratet, der bricht ihr gegenüber die Ehe. 12 Und wenn sie ihren Mann entlässt und einen anderen heiratet, so begeht sie Ehebruch.
(ubi sup.) Wenn er jedoch gewollt hätte, dass eine Frau entlassen und eine andere genommen werde, hätte er mehrere Frauen erschaffen. Und Gott verband nicht nur eine Frau mit einem Mann, sondern er gebot auch dem Mann, seine Eltern zu verlassen und seiner Frau anzuhangen. Daher heißt es weiter: Und er sprach (das heißt, Gott sprach durch Adam): Deshalb wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhängen. Schon aus der Art der Rede zeigt sich die Unmöglichkeit, die Ehe zu trennen, weil er sagte: Er wird anhängen.