Theophylakt von Ohrid
Catena Aurea · Markusevangelium 10
1 Er brach von dort auf und zog in das Gebiet von Judäa und jenseits des Jordan. Wieder strömten die Scharen bei ihm zusammen; und wieder lehrte er sie, wie er es gewohnt war. 2 Da kamen Pharisäer zu ihm und fragten ihn, um ihn auf die Probe zu stellen, ob es dem Mann erlaubt sei, seine Frau zu entlassen. 3 Er antwortete ihnen: Was hat euch Mose vorgeschrieben? 4 Sie sagten: Mose hat erlaubt, einen Scheidebrief auszustellen und (sie damit) zu entlassen. 5 Jesus entgegnete ihnen: Wegen euerer Herzenshärte hat Mose euch diese Verordnung gegeben. 6 Von Anbeginn der Schöpfung aber hat Gott sie als Mann und Frau geschaffen. 7 Deshalb wird der Mann Vater und Mutter verlassen und die beiden werden ein Fleisch sein. 8 Also sind sie nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch. 9 Was aber Gott verbunden hat, das soll der Mensch nicht trennen. 10 Zu Hause befragten ihn die Jünger nochmals darüber. 11 Er antwortete ihnen: Wer seine Frau entlässt und eine andere heiratet, der bricht ihr gegenüber die Ehe. 12 Und wenn sie ihren Mann entlässt und einen anderen heiratet, so begeht sie Ehebruch.
Sie kommen zwar zu ihm und lassen nicht von ihm ab, damit die Volksmengen nicht an ihn glauben; und indem sie fortwährend zu ihm kamen, meinten sie, ihn in Schwierigkeiten zu bringen und durch ihre Fragen zu verwirren. Denn sie legten ihm eine Frage vor, die auf beiden Seiten einen Abgrund hatte, so dass sie ihn, ob er nun sagte, es sei einem Manne erlaubt, seine Frau zu entlassen, oder es sei nicht erlaubt, anklagen und dem, was er sagte, aus den Lehren des Mose widersprechen könnten. Christus aber, die wahre Weisheit, vermeidet bei der Beantwortung ihrer Frage ihre Fallstricke.