Pseudo-Hieronymus
Catena Aurea · Markusevangelium 1
40 Ein Aussätziger kam zu ihm und bat ihn kniefällig: Wenn du willst, kannst du mich rein machen. 41 Da streckte er, von Mitleid ergriffen, seine Hand aus, berührte ihn und sagte zu ihm: Ich will; sei rein! 42 Und sofort wich der Aussatz von ihm und er wurde rein. 43 Jesus fuhr ihn heftig an, jagte ihn gleich fort 44 und sagte zu ihm: Hüte dich, jemand etwas davon zu sagen, sondern geh, zeig dich dem Priester und bring für deine Reinigung dar, was Mose vorgeschrieben hat, zum Zeugnis für sie. 45 Er aber ging weg und fing an, die Geschichte mit Eifer bekannt zu machen und herumzuerzählen. So konnte er nicht mehr öffentlich in eine Stadt gehen, sondern hielt sich draußen an einsamen Orten auf. Dennoch kamen die Leute von überallher zu ihm.
Dieser Aussatz wird gereinigt, indem man dem wahren Priester nach der Ordnung Melchisedeks eine Opfergabe darbringt; denn Er sagt uns: Gebt Almosen von dem, was ihr habt, und siehe, alles ist euch rein. (Lukas 11,41) Aber darin, dass Jesus nicht offen in die Stadt hineingehen konnte, soll angedeutet werden, dass Jesus sich nicht denen offenbart, die auf der breiten Straße der Liebe zum Lob und ihrem eigenen Willen versklavt sind, sondern denen, die mit Petrus in die Wüste gehen, die der Herr zum Gebet und zur Erquickung seines Volkes erwählte; das heißt, denen, die die Vergnügungen der Welt und alles, was sie besitzen, verlassen, damit sie sagen können: Der Herr ist mein Teil. Aber die Herrlichkeit des Herrn wird denen offenbart, die von allen Seiten zusammenkommen, das heißt auf glatten und steilen Wegen, die nichts von der Liebe Christi trennen kann. (Röm. 8,35)