Pseudo-Hieronymus
Catena Aurea · Markusevangelium 1
23 Da war gleich in ihrer Synagoge ein Mann mit unreinem Geist. Der schrie auf: 24 Was willst du von uns, Jesus von Nazaret? Bist du gekommen, um uns zu vernichten? Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes! 25 Da fuhr ihn Jesus an: Schweig und fahr aus von ihm! 26 Da riss ihn der unreine Geist hin und her und schrie mit lauter Stimme und fuhr von ihm aus. 27 Da erstaunten alle und stritten untereinander: Was ist das? Eine neue Lehre voll Macht! Sogar den unreinen Geistern befiehlt er und sie gehorchen ihm. 28 Und die Kunde von ihm drang bald überallhin in die ganze Umgegend von Galiläa.
Kapharnaum wird ferner mystisch als Stadt des Trostes gedeutet und der Sabbat als Ruhe. Der Mann mit dem bösen Geist wird durch Ruhe und Trost geheilt, damit Ort und Zeit mit seiner Heilung übereinstimmen. Dieser Mann mit dem unreinen Geist ist das Menschengeschlecht, in dem die Unreinheit von Adam bis Mose herrschte; denn sie sündigten ohne Gesetz und gingen ohne Gesetz zugrunde. (vgl. Römer 5,14; 2,12) Und er, der den Heiligen Gottes erkennt, wird angewiesen zu schweigen, denn sie erkannten Gott, verherrlichten ihn aber nicht als Gott, sondern dienten eher dem Geschöpf als dem Schöpfer. (1,21.25) Der Geist, der den Mann zerrte, fuhr aus ihm aus. Wenn das Heil nahe ist, ist auch die Versuchung nahe. Pharao, als er Israel ziehen lassen wollte, verfolgt Israel; der Teufel, wenn verachtet, erhebt sich, um Ärgernisse zu schaffen.