Beda Venerabilis
Catena Aurea · Markusevangelium 1
9 In jenen Tagen kam Jesus aus Nazaret in Galiläa und ließ sich von Johannes im Jordan taufen. 10 Sobald er aus dem Wasser heraufstieg, sah er, dass sich der Himmel öffnete und der Geist wie eine Taube auf ihn herabkam. 11 Und eine Stimme sprach aus dem Himmel: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Gefallen gefunden.
(ubi sup.) Nun setzte sich die Taube auf das Haupt Jesu, damit niemand denke, die Stimme des Vaters sei an Johannes und nicht an Christus gerichtet gewesen. Und wohl fügte er hinzu: bleibend auf ihm; denn dies ist Christus eigen, dass der Heilige Geist, einmal ihn erfüllend, ihn niemals verlässt. Denn manchmal wird seinen treuen Jüngern die Gnade des Geistes für Zeichen der Tugend und für die Wirkung von Wundern verliehen, manchmal wird sie weggenommen; doch für die Wirkung der Frömmigkeit und Gerechtigkeit, für die Bewahrung der Liebe zu Gott und zum Nächsten, ist die Gnade des Geistes niemals abwesend. Die Stimme des Vaters aber zeigte, dass er selbst, der zu Johannes kam, um mit den anderen getauft zu werden, der wahre Sohn Gottes war, der mit dem Heiligen Geist taufen wollte; daher folgt: Und es kam eine Stimme vom Himmel: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen. Nicht dass dies den Sohn selbst über etwas belehrte, was er nicht wusste, sondern es zeigt uns, was wir glauben sollen.