Pseudo-Chrysostomus
Catena Aurea · Markusevangelium 1
4 Johannes der Täufer trat in der Wüste auf und verkündete eine Taufe der Umkehr zur Vergebung der Sünden. 5 Ganz Judäa und alle Bewohner Jerusalems zogen zu ihm hinaus und ließen sich von ihm im Jordan taufen und bekannten dabei ihre Sünden. 6 Johannes trug ein Gewand aus Kamelhaaren und einen ledernen Gürtel um seine Hüften und nährte sich von Heuschrecken und wildem Honig. 7 Er verkündete: Nach mir kommt einer, der stärker ist als ich; ich bin nicht wert, mich zu bücken und den Riemen seiner Schuhe zu lösen. 8 Ich habe euch mit Wasser getauft, er aber wird euch mit Heiligem Geist taufen.
(Vict. Ant. e Cat. in Marc.) Damit er aber nicht gedacht werde, dies im Sinne eines Vergleichs mit Christus zu sagen, fügt er hinzu: Dessen ich nicht würdig bin, usw. Es ist jedoch nicht dasselbe, den Schuhriemen zu lösen, was Markus hier sagt, und seine Schuhe zu tragen, was Matthäus sagt. Und tatsächlich sagen die Evangelisten, die der Ordnung der Erzählung folgen und in nichts irren können, dass Johannes jedes dieser Worte in einem anderen Sinn sprach. Die Kommentatoren dieser Stelle haben jedoch jedes auf verschiedene Weise ausgelegt. Denn mit dem Riemen meint er die Bindung des Schuhes. (non occ.). Er sagt dies also, um die Vortrefflichkeit der Macht Christi und die Größe seiner Göttlichkeit zu preisen; als ob er sagte: Nicht einmal in der Stellung seines Dieners bin ich würdig, gerechnet zu werden. Denn es ist eine große Sache, gleichsam sich niederbeugend jene Dinge zu betrachten, die zum Leib Christi gehören, und von unten das Bild der himmlischen Dinge zu sehen und jedes jener Geheimnisse über die Menschwerdung Christi zu lösen, die nicht entwirrt werden können.