Pseudo-Hieronymus
Catena Aurea · Markusevangelium 1
4 Johannes der Täufer trat in der Wüste auf und verkündete eine Taufe der Umkehr zur Vergebung der Sünden. 5 Ganz Judäa und alle Bewohner Jerusalems zogen zu ihm hinaus und ließen sich von ihm im Jordan taufen und bekannten dabei ihre Sünden. 6 Johannes trug ein Gewand aus Kamelhaaren und einen ledernen Gürtel um seine Hüften und nährte sich von Heuschrecken und wildem Honig. 7 Er verkündete: Nach mir kommt einer, der stärker ist als ich; ich bin nicht wert, mich zu bücken und den Riemen seiner Schuhe zu lösen. 8 Ich habe euch mit Wasser getauft, er aber wird euch mit Heiligem Geist taufen.
Nun wird durch Johannes wie durch den Freund des Bräutigams die Braut zu Christus gebracht, wie durch den Knecht Rebekka zu Isaak gebracht wurde; daher folgt: Und es gingen zu ihm hinaus alle, (Gen. 24,61) usw. Denn Bekenntnis und Schönheit sind in seiner Gegenwart, (Ps. 95,6 Vulg.) das heißt in der Gegenwart des Bräutigams. Und die Braut, die von ihrem Kamel herabspringt, bezeichnet die Kirche, die sich demütigt, als sie ihren Gemahl Isaak, das heißt Christus, erblickt. Die Deutung des Jordan aber, wo die Sünden abgewaschen werden, ist ‚fremder Abstieg‘. Denn wir, die wir bisher durch Stolz Gott fremd waren, werden durch das Zeichen (symbolum) der Taufe demütig und so in die Höhe erhoben.